Canadian Coins - Kanadische Münzen bis 2006 - Erhaltungsgrade Münzen und Banknoten
Erhaltungsgrade / Prägearten
Erhaltungsgrade Münzen
(St) Stempelglanz - engl. Mint State (MS 60 bis 70)
Hier dürfen weder Gebrauchspuren noch Beschädigungen erkennbar sein. Bei Münzen mit dem Merkmal "handgehoben" trifft dies zumeist auch zu - bei den Automatenprägungen aber fallen die Münzen nach dem Prägevorgang ungeschützt in Behälter und auch anschließend beim Transport könnten hier winzige Kratzer und Schleifstellen entstehen. Die Prägungen zeigen meist eine mattschimmernde Oberfläche, die als Kennzeichen gelten kann. Allgemein entsprechen die ersten 100 bis 200 Münzen, die mit einem neuen Stempelpaar gefertigt wurden, diesen Ansprüchen.
Der Begriff "Stempelglanz" ist aber auch gleichzeitig noch eine Bezeichnung für eine Herstellungsart - siehe unten.
(vz) vorzüglich - engl. extremly fine (ef 40 bis 45 - auch xf)
Sehr geringe Gebrauchsspuren an den höchsten Spuren des Reliefes sind hier erkennbar - diese Spuren sollten jedoch nur vom Herstellungsprozeß stammen. Oftmals wird diese Erhaltung auch als stempelfrisch, bankfrisch oder prägefrisch genannt.In den Vertiefungen muß noch Stempelglanzoberfläche vorhanden sein. Patina ist nicht wertmindernd.
(ss) sehr schön - engl. very fine (vf 20 bis 30)
Die Konturen sind hier noch scharf. Normale Abnützungs- und Gebrauchsspuren sind an Haarpartien oder Wappenkonturen sind gestattet, Randschäden jedoch unzulässig. Alle Einzelheiten eines Porträts oder Wappens müssen aber erkennbar sein. Für Münzen des 19. und 20. Jahrhunderts stellt dies die unterste noch sammelwürdige Erhaltungsstufe dar. Wobei ich anmerken möchte, dass jeder selber entscheidet, was er für würdig hält in seine Sammlung aufzunehmen. Letztendlich sind die Umlaufmünzen, die auch entsprechende Merkmale aufweisen noch am aussagekräftigsten - und somit für manchen Sammler "wertvoller" als Stücke mit Toperhaltungen.
(s) schön - engl. fine (f 12 bis 15)
Durch längeren Umlauf sind starke Gebrauchsspuren und Abrieb entstanden. So ist manch erhabende Stelle abgegriffen.(siehe Haarpartie) Die Reliefkonturen und Schrift sind jedoch erkennbar. Dieser Erhaltungsgrad trifft auch auf Münzen mit nicht unerheblichen Randfehlern zu. Auch hier sind nur seltene und sehr teuere Münzen sammelnswert.
(ge) Gering erhalten - engl. good (g 4 bis 6)
Eine Münze mit diesem Erhaltungsgrad ist meist nicht mehr genau bestimmbar. Aufgrund sehr starker Abnutzung sind wichtige Merkmale wie z.B. Jahreszahl , Münzzeichen und/oder Umschrift nicht mehr erkennbar. Zwar ist das Gesamtbild noch erkennbar, jedoch ist diese Erhaltung zumeist nicht mehr sammelnswert - es sein denn als Belegstück für eine unverhältnismäßig teure Münze.
Herstellungsarten
(PP) Polierte Platte - engl. proof
Die Münzplättchen ( Ronden ) für diese Prägungen dürfen keine Unebenheiten aufweisen und werden deshalb in manueller Arbeit ausgesucht und bearbeitet. In der Regel wird die Münze zwei bis viermal mit polierten Stempeln aus polierten Münzplättchen ( Ronden ) geprägt. Die Prägemaschinen arbeiten mit höherem Druck und mit einer reduzierten Geschwindigkeit. Da einzelne Partien auf dem Prägestempel mit Sandstrahl bearbeitet wurden erscheinen diese nachher auf der fertigen Münze mattiert und heben sich vom spiegelnden Feld stark ab (Frosted Proof, Cameo Proof). Außerdem sind hier noch die Münzen mit einem komplett spiegelnden Erscheinungsbild d.h. sowohl Reflief als auch Hintergrund glänzen (Bright Proof, Unfrosted Proof) und auch komplett mattierte (Matte Proof) zu nennen. Münzen mit diesem Herstellungsgrad werden nicht für den Umlauf geprägt. Qualitativ stellen sie das Beste dar, was die Prägestätten leisten können. Proofmünzen haben eine makellose Oberfläche, mit äußerst fein ausgeprägten Details und merklich schärferen Kanten und Konturen, als alle übrigen Prägequalitäten.
Specimen
Münzen, die als Specimen bezeichnet werden, entstammen ebenfalls einem speziellen Prägeprozeß. Die ausgesuchten Ronden werden in der Regel zweifach und ebenfalls unter stärkerem Druck geprägt.
Nach der Prägung fallen diese Stücke nicht ungeschützt in einen Auffangbehälter sondern werden auf Gummibändern, Plastikführungen o.ä. zum Verpackungsort transportiert. Hierzu wird die Prägemaschine u.U umgerüstet. Vor dem verpacken werden die Münzen beidseitig einer Sichtkontrolle unterzogen.
Specimen zählen ebenfalls zu den Sammlermünzen, die ausschliesslich für diesen Markt hergestellt werden.
Proof-like (PL)
Der Begriff Proof-like entstand im Jahre 1953. J.E. Charlton nutzte Ihn um ausgesuchte Silberdollar und Sets zu beschreiben, die sich offensichtlich von der Qualität der normalen Umlaufmünzen deutlich abhoben. Lange ging man davon aus, dass PL-Prägungen lediglich Umlaufmünzen waren, die jedoch deutlich weniger Spuren des Produktions- bzw. Transportprozeßes aufwiesen. Man vermutete, dass diese Stücke nur sorgfältiger behandelt und verpackt wurden. Heute weiß man, dass es sich auch bei diesen Prägungen nicht nur um besonders gut gelungene Münzen aus den Prägungen der Umlaufmünzen handelt. Auch zur Herstellung der PL-Stücke kommen ausgesuchte Stempel und Ronden zum Einsatz. Der Druck den die Prägemaschinen für diese Stücke ist jedoch geringer, als bei den Specimen oder Proof Münzen. Bei den kanadischen Prägungen hat sich unter den Sammlern der Begriff "Proof-like" für entsprechende Kursmünzsätze und 1 Dollar-Gedenkprägungen eingebürgert. Die Royal Canadian Mint verwendet diese Bezeichnung allerdings nicht. Seitens der RCM werden diese Ausgaben als "Brilliant Uncirculated" angegeben.
Münzen, die entsprechend ihrer Herstellungsart als "Stempelglanz" bzw. "Brilliant Uncirculated" bezeichnet werden, sind ebenfalls Produkte einer sorgfältigen Herstellung speziell für Sammler.
Auch hierbei werden sind die Prägemaschinen langsamer betrieben und arbeiten mit erhöhtem Prägedruck und ggfs. mit mehreren Hüben. Die geprägten Münzen werden u.U. einzeln abgehoben fallen nicht in Kisten und werden oftmals in Blistern verpackt. Das Erscheinungsbild gleicht dabei grundsätzlich der für den Zahlungsverkehr hergestellten "Normalprägung". Die Stücke müssen dabei nicht notwendig einen Glanz aufweisen, sondern können (je nach Behandlung der Stempel) auch stellenweise oder komplett seidenmatt sein.
(SP) Spiegelglanz
Dem Erscheinungsbild nach, ähnlich dem Herstellungsgrad "Polierte Platte" - auch hier wird die Münze mit polierten Stempeln gegeprägt und der Herstellungsprozeß gleicht dem, der PP/Proof-Münzen - jedoch sind bei dieser Herstellung die Ronden nicht poliert. Es sind nur ausgesuchte "Normalronden". Bei kritischer Betrachtung ( Vergrößerungsglas , Lichtreflex o.ä. können hier im Münzgrund winzige Mängel erkennbar sein. Die deutschen Gedenkmünzen erscheinen beispielsweise in dieser Prägequalität.
Internationale Einteilung
Proof
Uncirculated
Extremely Fine
Very Fine
Fine
Very Good
Good
Poor
Deutschland
PP Polierte Platte
ST Stempelglanz
VZ Vorzüglich
SS Sehr schön
S Schön
SGE Sehr gut erhalten
GE Gut erhalten
Gering erhalten
U.S.A. 70 Point Scale
PRF 65 to 70
MS 60 to 65
XF - 40
VF - 20
F - 12
VG - 8
G - 4
PR
Frankreich
FB Flan Bruni
FDC Fleur de Coin
SUP Superbe
TTB Tres tres beau
TB Tres beau
B Beau
TBC Tres Bien Conservee
BC Bien Conservee
Italien
FS Fondo Specchio
FDC Fior di Conio
SPL Splendido
BB Bellissimo
MB Molto Bello
B Bello
M
Discreto
Dänemark, Finnland Norwegen, Schweden
M, 00 M, Polerad
0
01
1+
1
1÷ oder 1?
2
3
Spanien
Prueba
FDC Flor de Cuno
SC Sin Circular
EBC Exelente Buena Concervation
MBC Muy Buena Concervation
BC Buena Concervation
RC Regular Concervation
MC Male Concervation
Herstellungs- und Erhaltungsgrade für Banknoten
VII = GERING ERHALTEN
Eine total zerschlissene Note, schmutzig, eingerissen. Eigentlich nur als Lückenfüller
bei äußerst seltenen Noten.
VI = GUT
Eine sehr stark gebrauchte Note. Stärkere Verschmutzung, Einrisse, kleinere Löcher,
Verfärbungen. Mit Aufschriften aller Art.
V = SEHR GUT
Eine stärker gebrauchte Note, aber noch nicht zerrissen. Die Ecken defekt und
abgerundet, die Farbe teilweise verändert. Durch starkes Falten kann gelegentlich schon
ein Loch vorhanden sein.
IV = SCHÖN
Eine Note die deutlich Umlaufspuren zeigt, zahlreiche Falten und Knicke hat.
Das Papier ist noch nicht allzusehr verschmutzt, hat aber schon etwas von seiner
Festigkeit eingebüßt.
III = SEHR SCHÖN
Die Note darf eine Reihe von Längs- oder Querfalten haben. Das Papier ist leicht
angeschmutzt, die Farbe zum Teil etwas angegriffen.
II = VORZÜGLICH
Bis zu drei leichte Falten oder ein starker Knick. Die Ecken dürfen nur wenig gerundet sein.
I- = FAST KASSENFRISCH
Leichte Knickfalte in der Mitte der Note. Leichter Knick an einer Ecke, jedoch nicht beides
zusammen !
I = KASSENFRISCH
Eine vollkommen ungebrauchte Note. Sauberes, festes Papier, ohne jegliche
Farbveränderung, scharfe Ecken.